<紀要論文>
リヒャルト・ゼーモンを読むヴァールブルクとユング : ムネーメ、ムネモシュネ、集合的無意識

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概要 Sowohl Aby Warburg als auch Carl Gustav Jung verwendeten Richard Semons Mneme-Theorie als „naturwissenschaftliche“ Grundlage für „Mnemosyne“ bzw. für das „kollektive Unbewusste“. Dieser Aufsatz versuc...ht, die Umstände dieser beiden Verwendungen zu ergründen und kritisch zu bewerten. Aby Warburgs gesamtes Konzeptrepertoire basiert auf Richard Semons Mneme-Theorie, die die Vererbung des Gedächtnisses postuliert. So finden sich bei ihm Begriffe wie „gedächtnismäßige Erbgutfunktion“, „geistige Erbgutverwaltung“, „gedächtnisbewahrtes Erbgut“ oder „ Erbmasse“, um nur einige Beispiele zu nennen. Im Entwurf für das Vorwort seines unvollendeten Mnemosyne-Atlas von 1929 wird Richard Semon von Warburg zwar nicht explizit erwähnt, es finden sich aber dort Begriffe wie „Erbmasse phobischer Engramme“ und Aussagen wie „Es setzt die unverlierbare Erbmasse mnemisch ein.“ In Psychologische Typen (1921) betont Jung, die „introvertierte Einstellung“ folge einer psychischen Struktur, die „im Prinzip durch Vererbung gegeben ist“. Es überrascht daher nicht, dass Jung direkt danach erklärt: „Die psychische Struktur ist dasselbe, was SEMON als Mneme und ich als das kollektive Unbewußte bezeichnet haben.“ Allerdings lässt sich gegen Semons Mneme-Theorie einiges einwenden. Ihre Schwäche liegt wohl an dem Postulat, dass das Gedächtnis vererbt werden könne. Denn dieses Postulat ist, selbst unter Berücksichtigung der Epigenetik, nur teilweise gültig. Erst recht fehlen physiologisch-chemische Grundlagen für die Annahme, das Gedächtnis von ästhetischen Bildern (Warburg) oder mythischen Archetypen (Jung) könne auf phylogenetische Weise vererbt werden. Um es mit den Worten Stefan Riemers auszudrücken, müsste man daher die Verwendung von Semons Mneme-Theorie durch Warburg und Jung als naturwissenschaftliche Grundlage für die „Mnemosyne“ oder das „kollektive Unbewusste“ als „epistemische Katachrese“, d. h. als „epistemische Metaphernüberlastung“, bezeichnen. Fragt man sich aber, warum es so aussieht, als ob irgendeine Form von Gedächtnis tatsächlich vererbt wird, scheint dort eine gewisse Neigung des menschlichen Intellekts zu existieren, der sich in verschiedenen Annahmen und Überlegungen zeigt: A) In der Vorstellung, dass die Zeit in einer einzigen Richtung von der Vergangenheit in die Gegenwart fließt und dass Zeit räumlich dargestellt werde. B) In der Überlegung, dass bereits in der Vergangenheit entstandene „Spuren des Gedächtnisses“ durch irgendeinen Reiz später wiedererzeugt (reproduziert) werden können. C) In der Suche nach den Ursprüngen einer „Wasserader“, die eigentlich in der Gegenwart konstruiert wird, indem man die phylogenetische Entwicklung dieser „Wasserader“ zurückverfolgt. D) In dem „perversen“ Blick auf die Gegenwart aus der Perspektive dieser zurückverfolgten Vergangenheit. E) In der Annahme einer „physischen Substanz“ für psychologische Phänomene oder Gedanken im Geist.続きを見る
目次 1.はじめに
2.アビ・ヴァールブルクの「ムネモシュネ」
3.ユングの「集合的無意識」
4.「エピステーメー上の比喩の濫用」?

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登録日 2024.04.15
更新日 2024.04.16

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