<紀要論文>
アイヒンガーの初期の作品 : カフカ文学との対比

作成者
本文言語
出版者
発行日
収録物名
開始ページ
終了ページ
出版タイプ
アクセス権
JaLC DOI
概要 Ilse Aichinger behauptete 1983 bei der VerleÏhung des Franz Kafka-Preises, daß sie bisher kaum etwas von Kafka gelesen habe und stets bemüht gewesen sei, Gesprächen über ihn und über seine Texte auszu...weichen. Zugleich stellte sie jedoch fest, daß die Existenz Kafkas für sie stets „ein brennendes Seil über der mit den Jahren nachdunkelnden Welt" gewesen sei. Diese Äußerung darf als Argument dienen, wenn wir fesktellen, daß Aichinger von Kafkas Dichtung stark beeinflußt wurde. Besonders in ihren Frühwerken, „Unter dem Galgen" und „Der Gefesselte", lassen sich solche Einflüße nachweisen. In der Erzählung „Unter dem Galgen”, deren Handlungsgefüge Gemeinsamkeiten mit Kafkas „In der Strafkolonie”aufweist, wird ein zum Tode durch den Strang Verurteilterin letzter Minute begnadigt. Diese Begnadigung eröffnet ihm die Perspektive eines neuen Lebens. Auch Kafkas Erzählung „In der Strafkolonie" behandelt das Problem von Schuld und Strafe. Der Verurteilte wird schließlich freigelassen und kann weiterleben, wahrend der Offizier hingerichtet wird. In beiden Erzählungen werden die Beschuldigten zwar arn Ende freigelassen, dennoch gibt es einen wesentlichen Unterschied. Während die Hauptfigur Aichingers weiß, warum sie hingerichtet werden sollte, ist die Hauptfigur Kafkas nicht in der Lage, die Gründe für seine Bestrafung und spätere Freilassung zu durchschauen. Sie repräsentiert nicht die Probleme einer einzelnen, sondern steht stellvertretend für den einem tragischen Straferlebnis ausgesetzten Menschen der Frühwerke Kafkas. In der Erzählung „Der Gefesselte”erwacht eines Morgens die Hauptfigur und sieht sich gefesselt, ohne zu wissen, wodurch und warum sie in diese Lage gekommen ist. Auch in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung” bemerkt Gregor Samsa beim Erwachen, daß er in einen Käfer verwandelt wurde. Da in beiden Erzählungen die Handlung mit einem antirealistischen Schreckensbild beginnc kkönen auch hier Parallelen festgestellt werden. Der Gefesselte zeigt später den Zirkusbesuchern, wie er trotz seiner Fesseln in der Lage ist zu knien, zu stehen und zu springen. Schließlich wird er aber von den Zuschauern vertrieben, da er ungefesselt den Zirkustiger tötete. Die Befreigung von den Fessln und die Vertreibung durch die Zuschauer zeigen den Weg zur Freiheit. Auch in Kafkas Erzählung „Ein Hungerkünstler” spielt die Hauptfigur, wie der Titel schon sagt, die Rolle eines Künstlers. Dieser verendet schließlich, da er zu der Überzeugung gelangt ist, daß nur das Hungern seine eigentliche Berufung sei. Während Aichingers Hauptfiguren weiterleben und versuchen, ein neues Leben zu führen, ist es für Kafkas Helden unmöglich, etwas Unzerstörbares zu finden, obwohl sie sich alle auf dem Weg dahin befinden. Aichingers Schaffensperiode begann nach dem Zweiten Weltkrieg, wodurch sich in ihren Werken das Schicksal der Juden vor und nach 1945 widerspiegelte. In Kafkas Erzählungen spielen jedoch nicht nur jüdische und sozialkritische Motive eine starke Rolle, sondern auch metaphysische, autobiographische und tiefenpsychologische.続きを見る

本文情報を非表示

slc003p011 pdf 1.51 MB 570  

詳細

レコードID
査読有無
関連情報
主題
ISSN
NCID
タイプ
時代・年代
登録日 2009.04.22
更新日 2020.10.09