Gottfried Haeck's Botanical Research in the Vicinity of Nagasaki

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Gottfried Haeck's Botanical Research in the Vicinity of Nagasaki

Format:
Article
Kyushu Univ. Production Kyushu Univ. Production
Title(Other Language):
薬剤師ゴットフリード・ヘックによる長崎郊外の薬草調査について
Responsibility:
Michel, Wolfgang(Faculty of Languages and Cultures, Kyushu University : Professor : History of Euro-Japanese Cultural Exchange)
W・ミヒェル(九州大学大学院言語文化研究院 : 教授 : 異文化交流史, 比較言語文化学)
Wolfgang Michel-Zaitsu
Language:
Japanese
Publication info:
Studies in Languages and Cultures. 21, pp. 1-20, 2006-03-16. Faculty of Languages and Cultures, Kyushu University
Version:
Publisher
Abstract:
H. Sôda und F. Sekiba hatten vor Jahrzehnten anhand zweier japanischer Handschriften darauf hingewiesen, dass um 1669 ein europäischer Kräuterkenner die einheimischen Pflanzen in der Umgebung Nagasakis untersucht habe. Anhand neuer japanischer und niederländischer Handschriften aus dem Bestand der VOC verfolgt die vorliegende Studie die Ereignisse und deren Hintergrund erstmals genauer. Es stellte sich heraus, dass im Zuge der Einführung westlicher Heilmethoden und Rezepte neue Kräuter und Drogen notwendig wurden, welche die niederländische Ostindische Kompanie zu hohen Preisen und vermutlich nicht in ausreichender Menge lieferte. Dazu kam ein ansteigener Abfluss and Silber durch den japanischen Aussenhandel, so dass die Regierung im Laufe der sechziger Jahre eine Reihe von Gegenmassnahmen einleitete. Unter anderem wurde die VOC um die Entsendung von Samen, Setzlingen, Destilliergeräten und Kräuterkennern gebeten. 1669 wurde erstmals ein Apotheker nach Japan geschickt: Godefried Haeck. Er gab Instruktionen zu gelieferten Samen und Setzlingen und untersuchte zwischen 1669 und 1670 auf einer Reihe von Tagesausflügen nach nützlichen Pflanzen in der Bucht von Nagasaki. Die Resultate der beiden ersten Exkursionen sind in der Handschrift Yakusô no na oyobi wabun no hikae überliefert, deren Daten exakt mit jenen im Tagebuch der Faktorei Dejima übereinstimmen. Bei späteren Exkursionen kamen weitere Funde zutage, doch umfasst keine der Handschriften, die auf Haeck zurückgeht, mehr als sechzig Pflanzen. Dies war kein Zufall. Haeck hatte schon bald bei den japanischen Verantwortlichen wegen seines jugendlichen Alters Zweifel an seinen Fachkenntnissen geweckt, die auch in Batavia vorhanden waren. Bei Befragungen durch den Gouverneur von Nagasaki stellte sich dann heraus, dass er nur vierzig bis fünfzig Pflanzen kannte, weshalb man die Entsendung eines erfahreneren Fachmanns forderte, der im Sommer 1670 eintraf. Ungeachtet dieser Probleme sind Haecks Aktivitäten in dreierlei Hinsicht von Bedeutung. Zum einen zeigen sie, dass man zumindest in japanischen Regierungskreisen nicht glaubte, anhand der bislang dominierenden chinesischen Literatur, besonders dem monumentalen Honzô-kômoku, die einheimische Pflanzenwelt ausreichend erfassen zu können. Hier deutet sich eine Abkehr von der blinden Übernahme der chinesischen Pflanzenkunde und ein Bewusstwerden der Besonderheiten der eigenen Pflanzenwelt an, das sich wenige Jahrzehnte später in Kaibara Ekikens Yamato honzô ein eindrucksvolles Monument schuf. Zum zweiten geht die Intiative für die Pflanzenimporte und -studien von der Regierung aus. Zwischen 1667 und etwa 1675 zeigen sich viele Parallelen zur Politik des achten Shôgun Yoshimune, welche der bisherigen Lehrmeinung zufolge die Geburt der sogenannten Hollandkunde (rangaku) einleitete. Die in der vorliegenden Studie angesprochenen Ereignisse liegen jedoch ein halbes Jahrhundert davor. Sie unterstreichen nicht nur die Bedeutung des 17. Jahrhunderts im euro-japanischen Kulturaustausch, sondern regen auch zur Neubestimmung des Begriffs der rangaku an. Zum dritten stimulierten Berichte über Haecks Aktivitäten auch in Batavia Interesse an der japanischen Pflanzenwelt. Hier wird die Gestalt Andreas Cleyers deutlich, der als Verantwortlicher für die Medizinalversorgung der Kompanie versuchte, die teuren europäischen Lieferungen durch gleichwertige asiatische Mittel zu ersetzen. Mit Haeck setzt daher zugleich auch die Geschichte der Erforschung japanischer Pflanzen ein, die über Franz Braun, Andreas Cleyer, Georg Meister, Engelbert Kaempfer, Carl Peter Thunberg bis hin zu Philipp Franz von Siebold führt. Read more
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